Geldgier, Intrigantentum und Liebeshindernisse sind die Zutaten zu einer gut gewürzten Komödie à la "Meisterkoch" Rossini.
Wer kennt ihn nicht, den berühmtesten Barbier aller Zeiten? Figaro, der nicht nur meisterhaft mit dem Rasiermesser umgehen kann, sondern sich auch durch scharfen Witz auszeichnet. In dieser Vorgeschichte zu Mozarts Oper "Die Hochzeit des Figaro" ersinnt Figaro - gegen reiche Bezahlung - die Intrige, wie Rosina ihrem Vormund Bartolo auszuspannen ist, damit Graf Almaviva sie heiraten kann.
Die brillante Anmut der Musik, die effektvoll-virtuosen Gesangspartien, aber auch das rasante Tempo, mit dem die Handlung voraneilt, sicherten dem "Barbier von Sevilla" einen Dauerplatz im Weltrepertoire. Das Schleswig-Holsteinische Landestheater spielt (in deutscher Sprache) die Fassung für eine hochvirtuose Koloratur-Mezzosopranistin, wie Rossini sie für seine Gattin, die Sängerin Isabella Colbran, ersonnen hat.
Schon der Autor der Vorlage, der berühmte französische Dramatiker Pierre Beaumarchais, versicherte, dass er mit dieser Komödie vor allem "seinem fröhlichen Temperament freien Lauf lassen und dem Theater seine ursprüngliche freudige Stimmung zurückgeben" wollte. Rossinis Vertonung ist eine unmittelbare Weiterführung dieses Vorhabens.